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- Erstellt am Dienstag, 11. Oktober 2011 19:26
- Geschrieben von ge.maierhofer
Meeresbiologische Woche in Pula
In der zweiten Woche dieses Schuljahres starteten wir um 10 Uhr vormittags mit dem Bus in Richtung Pula, das im Süden Istriens liegt.
Nach einer siebenstündigen Fahrt, die von einer dreißig minütigen Pause an einer Raststätte unterbrochen war, kamen wir an unserem Ziel an. Einer Jugendherberge mit direktem Zugang zum Meer. Wir wurden in, wie man es auf „Neudeutsch“ formuliert, sogenannten „Mobile Homes“ untergebracht. Das sind Wohnwägen ohne Räder, dafür aber mit Dusche, WC und zwei Stockbetten ausgestattet. Wenn man bedenkt, dass es schon zu dritt recht eng war, mag es einem recht seltsam erscheinen, dass sie eigentlich für vier Leute gedacht waren. Am Abend bekamen wir nach dem Essen unsere ersten Anweisungen für den nächsten Tag. Leider hatten wir die ersten zwei Tage schlechtes Wetter, weshalb wir auch einen Großteil unserer Zeit in unseren Behausungen verbringen mussten.
Nichtsdestotrotz gingen wir, nach einem spartanischen Frühstück und ein wenig Theorie im Trockenen, am Vormittag des ersten Tages, bei strömendem Regen, ins Wasser, um uns an Taucherbrille, Schnorchel und Flossen zu versuchen. Dies war nötig, da einige von uns noch nie in den Genuss des Schnorchelns kamen und somit keinerlei Vorkenntnisse besaßen. Unsere Lehrer der Meeresschule brachten uns auch sogleich den Druckausgleich (den man benötigt, um in größere Tiefen vorzudringen) und andere Erforderlichkeiten bei. Um unserer eigenen Sicherheit willen, durften wir, auch wenn es einigen vielleicht lästig war, die ganze Woche nur zu zweit schwimmen. Nach einer köstlichen kroatischen Pizza ging es weiter zum Nachmittagsprogramm, wo wir einen ersten Überblick über die in der Valsaline Bucht heimischen Meerestiere bekamen, welche wir im praktischen Teil aus dem Meer holten, um sie wissenschaftlich zu bestimmen und näher zu untersuchen.
Für das schlechte Wetter am Montag Abend entschädigte der Dienstag: dort behandelten wir die Bewohner der Seegraswiese in Theorie – im Labor – und in der Praxis – wir durften sie mit einem Tretschschlitten selbst fangen. Am Nachmittag erforschten wir die vielfältige Fischwelt der Bucht, dabei lehrte man uns die Fische selbst zu klassifizieren. Am Abend bot sich die Gelegenheit, die schöne Innenstadt Pulas samt dem antiken Triumphbogen und dem Amphitheater aus römischer Zeit zu besichtigen. Des Weiteren genossen wir dort die exorbitante Kulinarik Kroatiens.
Den ganzen Mittwoch durften wir auf einer unbewohnten, küstennahen Insel verbringen, wo wir mit dem Schiff hingebracht wurden. Dort erkundeten wir die Felsküste und deren unauffällige Bewohner. Beim Schnorcheln bestaunten wir die klare Sicht und den Artenreichtum der dortigen Unterwasserwelt, welche auch einige wohlverborgene Schätze – unbeschreiblich schöne Muscheln beherbergte.
Am Donnerstag wurden unsere neu erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse in Form eines Bewerbes auf die Probe gestellt. Am Nachmittag fuhren wir zu einem weiteren Höhepunkt der Woche, zu einer Meereshöhle. Diese wurde von uns mit Unterwassertaschenlampen bewundert, denn wie wir schon in der Theorie erfuhren, lebt in solchen Grotten eine Vielzahl an sessilen (festsitzenden) Tieren, wie zum Beispiel Schwämme und Anemonen. Zum Abschluss durfte noch, wer den nötigen Mut fasste, von einer ungefähr zehn Meter hohen Klippe springen.
Am Freitag traten wir dann nach dem Frühstück die reibungslose Heimreise an.
Abgesehen von der etwas notdürftigen Unterbringung, war die Woche sehr interessant und ereignisreich. Wir würden die Woche für jeden nicht Wasserscheuen unbedingt weiterempfehlen.
